Die Wasserburg

 

Das bedeutenste Baudenkmal ist unbestreitbar die "Alte Burg", mitten in Burgsinn gelegen. Mit ihrem gewaltigen Bergfried dominierte die Wasserburg der Freiherrn von Th├╝ngen das Ortsbild jahrhundertelang und wie kein anderes Bauwerk ist die Burg mit der Geschichte des Marktfleckens verbunden. Im Jahr 1001 tauschte Ritter Hildolf von Tungenden "Dorf Sinna mit all seinen Zugeh├Ârungen" mit dem Hochstift W├╝rzburg gegen sein Reichslehen in Th├╝ringen ein, das ihm zu weit entfernt lag.

 

F├╝r die n├Ąchsten drei Jahrhunderte liegt das Schicksal der Burg im Dunklen und erscheint erst danach wieder als Besitz des Hochstiftes W├╝rzburg. 1303 werden Gozo, Aplo und Hermannus de Sinna genannt, die in der Burg ihren Wohnsitz hatten. Die H├Ąlfte der Burg mit den dazugeh├Ârigen Besitzungen hatten 1317 die Rienecker Grafen zu Lehen. 1337 verpf├Ąndete der Bischof von W├╝rzburg alle Nutzungen und Gilten an Dietz von Tungden und verlieh ihm ein Jahr sp├Ąter die Feste Burgsinn nebst Zugeh├Ârungen als Burglehen. Er soll die heute noch stehende Burg im wesentlichen von 1339 bis 1342 erbaut haben. 1405 kaufte dessen Sohn Wilhelm von Th├╝ngen den Besitz. Balthasar und Sigmund von Th├╝ngen trugen das freieigene Schloss Burgsinn Brandenburg als Lehen auf und befindet sich seitdem im Besitz der Andreasischen Linie des Th├╝ngenschen Geschlechtes. Der heutige Eigent├╝mer Gottfried von Th├╝ngen hat seinen Wohnsitz in Frankreich, so dass die Burg nicht mehr bewohnt ist.

 

Wasserburg

 

Das auch als "Altes Schloss" bezeichnete Geb├Ąude ist eine typische Wasserburg. Sie ist von einem breiten mit Wasser gef├╝llten Graben umgeben, der von einer unterirdischen Quelle mit Wasser versorgt wird. In die Burg gelangt man ├╝ber die an der Westseite gelegenen Br├╝cke. Die Gesamtanlage hat einen trapezf├Ârmigen Grundriss, dessen Eckpunkte von T├╝rmen gebildet werden. Bis auf den runden Turm an der Nord-Westecke haben sie eine quadratischen Grundfl├Ąche. Die Ringmauer besteht in den Grundmauern aus massiven Buckelquadern des heimischen roten Bundsandsteins. Das ├╝brige Mauerwerk wurde aus Bruchsteinen errichtet, vielfach erg├Ąnzt und erneuert. Die vom ersten Geschoss an aufgesetzte Wand des s├╝dlichen Wohnbaues besteht aus Fachwerk. Auf dem quadratischen Nordostturm wurde ein kleiner Wohnbau hochgezogen. In den S├╝dostturm gelangt man durch eine Spitzbogent├╝re, an deren Scheitel die Jahreszahl 1543 eingemei├čelt ist. Er wurde von Martin I. von Th├╝ngen fertig gestellt, der "vieles am alten Schlosse baute". Seine S├╝dmauer wurde durch die beim Umbau des s├╝dlichen Wohnbaues eingesetzten Fenster stark ver├Ąndert. Auch das Rundbogenpf├Ârtchen beim S├╝dwestturm, vor welchem Kragsteine sitzen, wurde nachtr├Ąglich eingef├╝gt.

 

W├Ąhrend sich au├čen dem Betrachter noch das urspr├╝ngliche Aussehen der Burg bietet, findet er im Inneren mit Ausnahme des Bergfriedes die Geb├Ąude alle ver├Ąndert vor. Die Lage der Geb├Ąude d├╝rfte aber noch der urspr├╝nglichen Anlage entsprechen und ist so auch bei vergleichbaren Wasserburgen zu finden. An der Nordseite stand wohl an der Stelle des vermutlich im 17. Jahrhundert errichteten ehemaligen Verwalterhauses der Wohnbau. Die Au├čenmauer dieses einfachen zweigeschossigen Baus sitzt auf der Ringanlage auf. Das Mauerwerk aus Buckelquadern an seiner S├╝dseite k├Ânnte noch vom Vorg├Ąngerbau aus romanischer Zeit herr├╝hren. Sehenswert ist in seinem Innern die h├Âlzerne Podesttreppe mit Balustergel├Ąnder.

 

An der S├╝dseite lassen Mauerreste noch die Gr├Â├če des ehemals hier bestehenden Wohn- oder Wirtschaftsbaus erkennen, der sich ├╝ber die ganze S├╝dseite erstreckte.

 

Die ganze Anlage wird von dem massigen und 22 m hohen Bergfried ├╝berragt. Sein quadratischer Grundriss hat eine Seitenl├Ąnge von 8,50 m. Sein Mauerwerk besteht aus regelm├Ą├čigen Buckelquadern mit einer L├Ąnge bis zu einem und einer H├Âhe von 0,30 bis 0,50 m. Sein Zugang liegt auf der Hofseite und 8,50 m ├╝ber dem Boden. Das Innere war urspr├╝nglich in f├╝nf Geschosse unterteilt. Die Art der Anlage und die massive Technik des Mauerwerks deuten auf seine Errichtung im 12. Jahrhundert hin.

 

 

 

 

 

 

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